August 2027

Im Sommer an den Winter denken – Die Kraft des Innehaltens

Vielleicht klingt es im ersten Moment ungewöhnlich: Im Sommer an den Winter denken.

Draussen steht die Natur in ihrer ganzen Fülle. Alles wächst, blüht und zeigt sich.

Und doch erinnert mich gerade diese Zeit an die Qualität des Winters: an eine Zeit des Rückzugs, des Sammelns und des Vertrauens darauf, dass auch die Ruhe ein Teil des Wachstums ist.

Denn das Yang nährt sich aus dem Yin. Bewegung entsteht aus der Stille. Und manchmal ist der mutigste Schritt nicht der nächste nach vorne, sondern ein bewusstes Innehalten.

Genau diese Erfahrung steckt in zwei Entscheidungen, die über den Sommer in mir gereift sind.

Wenn ein Raum entsteht

Die Beckenboden-Yoga-Präsenzausbildung wird 2027 pausieren.

Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen. Ich liebe das Begleiten über ein ganzes Jahr, die Begegnungen und die tiefen Prozesse, die auf dieser gemeinsamen Reise entstehen.

Und gleichzeitig war klar: Es ist Zeit für ein Innehalten.

Wie so oft, wenn ein freier Raum entsteht, wollte er sich gleich wieder füllen. Eine neue Idee begann zu wachsen: ein Yoga-Mentorship über ein halbes Jahr – ein Angebot, das mich begeistert hat und für das bereits konkrete Anfragen da waren.

Doch beim weiteren Hineinspüren wurde klar: Auch dieser Raum darf noch warten.

Nicht, weil die Idee nicht stimmig wäre. Sondern weil jetzt etwas anderes wichtiger ist.

Ein echter Raum des Loslassens.

Ein Raum, in dem nicht bereits die nächste Umsetzung wartet. Ein Raum, in dem mein Kopf frei werden darf und ich in meiner Familienzeit wirklich präsent sein kann.

Die Kraft des Yin

Und genau hier beginnt für mich die eigentliche Praxis von Yin.

Yin bedeutet nicht, weniger Feuer zu haben. Yin bedeutet nicht Stillstand.

Es bedeutet, den Winter nicht zu überspringen. Darauf zu vertrauen, dass aus Ruhe, Dunkelheit und Rückzug das Neue genährt wird.

Diese Entscheidung hat mein inneres Feuer nicht kleiner gemacht. Im Gegenteil.

Ich spüre mehr Freude, mehr Lebendigkeit und mehr Lust auf das, was entstehen darf – aus einer echten Fülle heraus.

Vielleicht kennen wir diesen Impuls alle: Kaum entsteht eine Lücke, möchten wir sie sofort wieder füllen. Mit neuen Ideen, neuen Projekten, neuem Tun.

Doch manchmal liegt die Kraft für das Neue genau darin, innezuhalten, zu lauschen und darauf zu vertrauen, dass der nächste Schritt zur richtigen Zeit entsteht.

Dem eigenen Rhythmus folgen

Genau darum geht es auch in meiner Arbeit: um den eigenen Rhythmus, um die Verbindung mit dem Körper und darum, wieder feiner wahrzunehmen, was gerade wirklich dran ist.

Herzliche Sonnengrüsse,
Tamara